Führerschein weg — was jetzt passiert

Für die meisten Mandanten ist nicht die Strafe das Problem, sondern der Führerschein. Wer beruflich fährt, verliert mit der Fahrerlaubnis unter Umständen die Existenzgrundlage — und genau darauf richtet sich die Verteidigung aus.

Nach einer Kontrolle oder einem Unfall gilt dasselbe wie in jeder Strafsache: Personalien angeben, sonst nichts. Keine Erklärung zum Trinkverhalten, keine Schilderung des Hergangs — auch nicht „nur zur Klarstellung“.

Trunkenheit im Verkehr

Ob es sich um eine Ordnungswidrigkeit (§ 24a StVG) oder eine Straftat (§§ 316, 315c StGB) handelt, hängt vom Wert der Blutalkoholkonzentration und von Ausfallerscheinungen ab. Angreifbar sind in der Praxis vor allem die Umstände: die Rechtmäßigkeit der Kontrolle, die Anordnung der Blutentnahme, die Belehrung, die Verwertbarkeit der Messung.

Unfallflucht

Der Vorwurf des unerlaubten Entfernens vom Unfallort nach § 142 StGB entsteht oft aus Situationen, die niemand als Unfall wahrgenommen hat — ein Streifschaden beim Ausparken, ein Kratzer beim Rangieren. Entscheidend ist regelmäßig die Frage, ob der Betroffene den Anstoß überhaupt bemerkt hat.

Wichtig: Wer sich nachträglich meldet, kann unter Umständen von der Regelung über die tätige Reue profitieren (§ 142 Abs. 4 StGB). Ob das im Einzelfall trägt, sollte vorher geprüft werden — nicht danach.

Entziehung der Fahrerlaubnis

Zu unterscheiden sind zwei Wege: die vorläufige Entziehung durch das Gericht im laufenden Verfahren (§ 111a StPO) und die spätere Entziehung durch das Strafurteil (§ 69 StGB). Daneben kann die Fahrerlaubnisbehörde eigenständig tätig werden — auch dann, wenn das Strafverfahren eingestellt wurde.

Wer beruflich auf die Fahrerlaubnis angewiesen ist, sollte das früh und belegt in das Verfahren einbringen. Nachträglich lässt sich daran wenig ändern. Droht mit dem Führerschein auch der Arbeitsplatz, kläre ich die arbeitsrechtliche Seite gleich mit.

MPU und Wiedererteilung

Die medizinisch-psychologische Untersuchung ist kein Teil des Strafverfahrens, sondern eine Angelegenheit der Fahrerlaubnisbehörde. Ich übernehme keine MPU-Vorbereitung — was im Strafverfahren aktenkundig wird, wirkt sich dort allerdings aus, und das denke ich von Anfang an mit.

Kosten und Rechtsschutz

Verkehrsrechtsschutz deckt Strafverfahren vor allem bei fahrlässigen Delikten. Bei Vorsatzvorwürfen zahlen Versicherer oft nur vorläufig und fordern die Leistung zurück, wenn wegen einer Vorsatztat verurteilt wird. Ich frage die Deckung für Sie an und sage Ihnen vorher, womit Sie rechnen müssen.

Ohne Deckung rechne ich in der Regel über eine Vergütungsvereinbarung ab. Was die Verteidigung kostet, erfahren Sie vor der Beauftragung, nicht danach.

Einzelne Situationen

Wer Sie verteidigt

Philip Schütze, Rechtsanwalt in Bad Salzuflen. Vor der eigenen Kanzlei war ich wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Staatsanwaltschaft und weiß, wie eine Ermittlungsakte entsteht. In Eilfällen rufe ich schnell zurück.

Je früher, desto mehr Spielraum

Wenn die Blutprobe schon genommen ist, heißt das nicht, dass nichts mehr geht. Schildern Sie mir, was passiert ist.

Allgemeiner Überblick, keine Beratung im Einzelfall. Stand: Oktober 2026.